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Infoportal für Kinder zum Thema Multiple Sklerose
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Wissen zu Multipler Sklerose

Im Multiple Sklerose-Lexikon findet Ihr Erklärungen zu medizinischen Fachausdrücken.

 

Anamnese:
Das ist die Vorgeschichte einer Krankheit. Wenn Du zum Arzt gehst, fragt er nach Dingen, die mit der Krankheit zusammenhängen könnten und auch nach früheren Erkrankungen. Für den Arzt ist das wichtig, damit er vielleicht herausbekommen kann, wie die Krankheit entstanden ist.


Antikörper:
Das sind Abwehrstoffe, die vom Körper gebildet werden, wenn fremde Eindringlinge (z.B. Bakterien oder Viren) in den Körper gelangen. Die Antikörper hast Du im Blut. So bekämpft der Körper zum Beispiel Infektionskrankheiten wie eine Grippe oder auch die Kinderkrankheiten.
Wenn sich Antikörper gegen körpereigene Zellen oder Gewebe richten, werden sie Autoantikörper genannt. Das ist dann eine falsche Reaktion des Körpers und man denkt heute, dass auch die MS dadurch entstehen kann.


Ataxie:
So bezeichnet man eine Störung des Zusammenspiels der Muskeln, wodurch eine richtige Bewegung gestört wird. Zum Beispiel beim Laufen müssen viele Muskeln zusammenspielen, damit ein Schritt gemacht werden kann. MS-Kranke laufen deshalb manchmal schwankend und unsicher (wie betrunken, auch wenn sie es gar nicht sind!) oder sie können nicht richtig stehen und müssen sich immer festhalten.


Bakterien:

Das sind ganz kleine Lebewesen, die man nur unter einem Mikroskop sehen kann. Es gibt nützliche und schädliche Bakterien. Nützliche findest Du zum Beispiel im Joghurt – die schädlichen sind meistens Krankheitserreger. Sie gelangen mit dem Essen, durch die Luft oder wenn Du Dich verletzt hast in den Körper und werden dort durch das Immunsystem bekämpft (→ Sieh mal dort nach).


Bandscheibe:
Die Bandscheibe besteht aus Knorpel. Du kannst sie Dir wie eine Gummischeibe vorstellen. Sie liegt zwischen den einzelnen Knochen der Wirbelsäule und dient dazu, dass die Wirbel nicht aneinander reiben. Dadurch kann man den Rücken bewegen, ohne dass es weh tut.


Behinderung
Von Behinderung spricht man, wenn ein Mensch nicht mehr alles das kann, was andere Menschen können – zum Beispiel nicht mehr richtig laufen oder sehen.


Diagnose:
Das ist die Erkennung einer Krankheit und ihre Benennung mit dem entsprechenden (wissenschaftlichen) Namen. "Du hast Husten" – das ist eine Diagnose.


diagnostizieren:
Das heißt: eine Diagnose stellen. Das macht der Arzt, wenn er herausfindet, welche Krankheit Du hast.


Fatigue:
Das ist eine ganz besondere Art von Müdigkeit, die bei MS auftreten kann. Die Kranken müssen sich dann eine Weile ausruhen, um zum Beispiel wieder arbeiten, ihren Haushalt versorgen oder mit ihren Kindern spielen zu können.


Gehirn:

Das Gehirn ist die Steuerzentrale des Menschen. Es liegt gut geschützt im Kopf. Eine Flüssigkeit (Liquor) federt es gegen Stöße von außen ab.

Das Gehirn ist von vielen Blutgefäßen durchzogen, die es mit Sauerstoff versorgen. Das Gehirn besteht aus einer riesigen Masse von Nervenzellen (etwa 100 Milliarden). Was eine Nervenzelle ist, kannst Du weiter unten nachschauen.

Das Gehirn besteht aus den drei Hauptteilen: Stammhirn, Kleinhirn und Großhirn. Jeder Teil im menschlichen Gehirn hat bestimmte Aufgaben. Durch das Stammhirn werden die Atmung, der Herzschlag und die Verdauung gesteuert. Im Kleinhirn werden die Bewegungen der Muskeln gesteuert und das Gleichgewicht aufrechterhalten. Im Großhirn, dem größten Teil des Gehirns, werden alle Körperfunktionen überwacht, die Du mit dem Willen steuern kannst. Dazu gehören unter anderem Lernen, Sprechen, Denken, Fühlen und die Körperbewegungen, die Du gerade machen willst.


Gewebe:
Als Gewebe bezeichnet man viele gleiche Zellen zusammen, die eine gemeinsame Arbeit verrichten. Zum Beispiel bilden alle Nervenzellen das Nervengewebe.


Immunität:
Das ist die Widerstandsfähigkeit gegenüber Krankheitserregern. Wenn Du zum Beispiel gegen eine Krankheit geimpft wirst, wirst Du gegen diese Krankheit immun. Das bedeutet, Du kannst sie nicht bekommen, auch wenn die Krankheitserreger Dich angreifen.


Immunsystem:
Das Immunsystem schützt den Körper vor Krankheitserregern wie Bakterien und Viren.


Lähmung:
Eine Lähmung ist, wenn man sich nicht mehr bewegen kann. Zu einer Lähmung kommt es, wenn die Verbindungen der Nerven zu den Muskeln durch die MS gestört sind. Dann können die Befehle aus dem Gehirn, zum Beispiel die Hand oder ein Bein zu bewegen, nicht mehr ankommen und die Hand oder das Bein kann sich nicht bewegen.


MRT - Magnetresonanztomographie:
Das ist eine Untersuchungsmethode, bei der das Gehirn oder das Rückenmark untersucht werden können, ob es Krankheitsherde für MS gibt und man kann die Krankheit damit besser erkennen. Eine andere Bezeichnung für diese Methode ist: Kernspintomographie. Das tut nicht weh – man muss sich dafür in einen großen Apparat legen: MS-Kranke sagen dazu auch oft, dass sie in die "Röhre" müssen.


Multiple Sklerose:

multiple:
das heißt: vielfach. An verschiedenen Stellen im Gehirn und im Rückenmark liegen Entzündungen, die die Weiterleitung von Nervensignalen behindern.

Sklerose: das heißt so viel wie Verhärtung oder Narbe – hier sind die Nervenzellen so geschädigt, dass sie nicht wieder vom Körper "repariert" werden können.

Multiple Sklerose wird von Ärzten auch "Enzephalomyelitis disseminata" genannt. Dies heißt übersetzt: eine im Gehirn und Rückenmark "verstreut" auftretende Entzündung. Dadurch können Nervensignale nur noch langsam übertragen werden und es entstehen die für MS typischen Symptome (→ schau mal dort nach, was das bedeutet) wie Kribbeln, Lähmung, Spastiken (= Krämpfe), Müdigkeit, Gleichgewichtsstörungen und Sehstörungen. Diese Erscheinungen treten oft in Schüben auf.

Es gibt inzwischen viele Behandlungsmethoden, um Symptome zu lindern und auch, um eine Verschlechterung der Erkrankung aufzuhalten. Aber leider kann man Multiple Sklerose noch nicht heilen.


Muskeln:
Die Muskeln sind das "Fleisch", das Du spürst, wenn Du Deine Arme oder Beine anfasst. Sie sind dazu da, dass Du Dich bewegen kannst. Die Muskeln arbeiten mit festen Bändern, den Sehnen, zusammen und ziehen die Knochen in eine bestimmte Richtung – zum Beispiel in den Beinen beim Laufen oder in den Fingern, wenn Du etwas anfassen willst. Der Mensch hat über 600 Muskeln. Die "Befehle", sich zu bewegen, bekommen die Muskeln vom Nervensystem.


Myelin:

Damit die Weiterleitung von Nachrichten oder Signalen von einer Nervenzelle zur anderen ohne Fehler erfolgen kann, sind die Nervenfortsätze wie bei einem elektrischen Kabel von einer "Isolierschicht" umgeben. Diese Isolierschicht besteht aus Myelin, das in mehreren Schichten um die Fortsätze herumgewickelt ist. Das wird dann auch Markscheide oder Myelinscheide genannt. Wenn das Myelin durch die Entzündungen bei der MS beschädigt ist, können Informationen nicht mehr so schnell weiter geleitet werden.


Nervensystem:
Das sind alle Nerven im Körper. Sie sorgen dafür, dass der Körper richtig funktioniert.


Nervenzelle:

Eine Nervenzelle ist der kleinste Baustein des Nervensystems. Sie hat lange Fortsätze (die kannst Du Dir wie lange Fäden vorstellen) mit denen sie mit anderen Nervenzellen verbunden ist. Dieser Fortsatz leitet die Nachrichten von einer Nervenzelle zur anderen oder zum Beispiel auch zu den Muskeln weiter. Zu seinem Schutz ist dieser Fortsatz von einer Hülle umgeben, dem Myelin (→ schau mal dort nach).


Neurologie:
Das ist die Wissenschaft, die sich mit dem Nervensystem beschäftigt. Ein Arzt, der das tut, wird auch Neurologe genannt. MS-Kranke gehen häufig zum Neurologen, um ihre Krankheit behandeln zu lassen.


psychisch:
Das bedeutet auf das Fühlen und Denken eines Menschen bezogen – wie er denkt, fühlt, träumt. Man spricht hier auch vom "Seelenleben" eines Menschen. Wenn jemand zum Beispiel immer traurig ist und sich über nichts mehr freuen kann, könnte es sein, dass er psychisch krank ist.


Pubertät:
Das ist die Zeit im Leben des Menschen zwischen dem Kindesalter und dem Erwachsensein. Die Pubertät kommt bei Mädchen früher als bei Jungen. Bei Mädchen beginnt sie meist mit dem 10. Lebensjahr, bei Jungen so etwa zwei Jahre später. Dabei verändert sich der Körper und sieht dann wie bei einer Frau oder einem Mann aus.


Rehabilitation:
Du kennst vielleicht das Wort ‚Kur’. Bei einer Rehabilitation soll die Krankheit gebessert oder einfach dafür gesorgt werden, dass der Kranke sich besser fühlt. Man kann dazu in ein besonderes Krankenhaus (eine Rehabilitationsklinik) gehen. Dort lernt man viele Dinge, wie Krankengymnastik oder wie man sich erholen kann. Man kann das aber auch zu Hause machen oder in eine Krankengymnastik-Praxis gehen.


Rückenmark
Das Rückenmark liegt geschützt innerhalb der Wirbelsäule. Durch den Rückenmarkskanal leiten die Nervenzellen vom Gehirn aus die Botschaften in Form von elektrischen Strömen an den Körper weiter.


Schub:
Ein Schub bei der MS ist das Wiederkommen von Krankheitszeichen nach einer Pause, in der sie nicht da waren. Nach einem Schub können sich die Krankheitszeichen wieder zurückbilden und dem Kranken geht es danach wieder besser.


Spastik:
Bei Spastik ziehen sich die Muskeln ganz schnell zusammen und können auch über längere Zeit so bleiben. Die Muskeln sind dann ganz steif.


Symptom:
Symptome sind Krankheitszeichen, die Du bei einem Kranken sehen kannst oder die er selbst spürt. Bei einer Erkältung ist Fieber zum Beispiel ein Symptom. Bei MS gibt es viele verschiedene Symptome wie Sehstörungen, die Hände oder Beine zittern, das Laufen fällt schwer...


Therapie:
So nennt man die Behandlung einer Krankheit. Sie kann mit Medikamenten, Krankengymnastik, mit Apparaten, durch Gespräche (Psychotherapie) oder durch Beschäftigung (Ergotherapie) durchgeführt werden.


Tremor:
Dieses Wort bedeutet ‚Zittern’ – zum Beispiel die Hände oder Füße können bei MS zittern. Der Kranke kann das meistens nicht beeinflussen.


Viren:
Das sind auch Krankheitserreger, die aber noch kleiner als Bakterien sind.


Wirbelsäule:
Die Wirbelsäule des Menschen besteht aus vielen miteinander verbundenen Wirbelknochen. Dazwischen liegen die Bandscheiben (→ schau mal dort nach). Die bestehen aus einer Knorpelmasse und sorgen dafür, dass sich die einzelnen Wirbel nicht aneinander reiben. Wenn Du den ganzen Tag herumläufst, drücken sie sich ein wenig zusammen. Daher bist Du am Abend ein ganz klein wenig kleiner als am Morgen.
Die Wirbelsäule ist eine Stütze für den Körper, trägt den Kopf und sorgt dafür, dass Du aufrecht gehen und stehen kannst. Innen liegt der Wirbelkanal, durch den das empfindliche Rückenmark (→ sieh mal dort nach) vor Verletzungen geschützt wird.


Zellen:
Das sind die ganz kleinen Bestandteile des Körpers. So wie zum Beispiel die Nervenzelle. Es gibt aber auch Muskelzellen, Blutzellen und noch viele andere.


Zentralnervensystem:

So bezeichnet man Gehirn und Rückenmark zusammen. 

 

 

Lisas Lexikon

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